Mittwoch, 14. Juli 2021

SCHWINGUNGEN - Tanz trifft Wissenschaft | Start Forschungsblock 2.0

 Am Montag sind wir in den zweiten Forschungsblock des Projekts „Schwingungen – Tanz trifft Wissenschaft“ in der fabrik Potsdam gestartet. Gemeinsam mit der Tänzerin Mareike Steffens, dem Techniker Ralf Grüneberg und dem Dramaturg Jo Koppe beschäftigt sich die Tänzerin Laura Heinecke in den kommenden Wochen mit visuellen oder optischen Schwingungen. Gemeinsam werden wir den Einfluss von Licht und die Wirkung von Farben auf den Tanz genauer betrachten. Mit dabei sind auch Clemens Kowalski für die Bühne und Kristin Fabig für die Produktion und Dokumentation.

Bevor wir uns der Wirkung widmen konnten, stellten wir uns der Frage: Wie sehen wir überhaupt? Wie gelangt alles was wir mit den Augen wahrnehmen in unser Gehirn? Und ist das was wir sehen immer die Realität? Ist dein rot auch mein rot? Und wie funktionieren eigentlich optische Täuschungen?
Neben der generellen Vielschichtigkeit des anatomischen Aufbaus unserer Augen und der Rezeption des Gesehenen durch sie, war für uns besonders spannend zu erfahren, dass wir sogenannte Stäbchen und Zapfen in unseren Augen haben. Sie sind jeweils für die Unterscheidung in hell und dunkel und die Differenzierung der unterschiedlichen Farben verantwortlich. Diese Nuancen sind für die künstlerische Umsetzung auf der Bühne von großer Bedeutung und wir sind gespannt darauf, welche Einflüsse auf die körperlichen Bewegungen sich daraus schließen lassen. 



Die Schwierigkeit das Gesehene und Empfundene beim Tanz zu benennen, begleitet uns schon seit dem ersten Forschungblock. Wir hoffen mit der Entwicklung einer gemeinsamen Körpersprachbasis eine Grundlage entwickeln zu können, die uns hilft im Tanz feinfühliger und wacher auf die Tanzpartner:innen, egal ob Mensch, Musik oder Licht eingehen zu können und die Umsetzungen oder Bilder auch konkret bennen zu können. 


 

Dienstag, 22. Juni 2021

SCHWINGUNGEN - Tanz trifft Wissenschaft | Sharing

Donnerstag 24.06.2021
16:00 Uhr
Studio 4 der fabrik Potsdam 

Donnerstag 01.07.2021
19:00 Uhr
Südufer Freiburg


bitte anmelden unter
heinecke.company@posteo.de in Potsdam
und
lauraheinecke@ymail.com in Freiburg


Innerhalb des aktuellen Recherche-Projekts „Schwingungen – Tanz trifft Wissenschaft“ erforschen wir in einem Dialog aus Tanz und Wissenschaft die Bedeutung und Wirkung von Schwingungen.
Wie lassen sich die Erkenntnisse der Schwingungslehre auf den Tanz übertragen?

In unserem ersten Probenblock beschäftigten wir uns vorrangig mit akustischen Schwingungen.
Ein Grundton und mehrere Obertöne führen zu zeitgleichen Schwingungen, die wiederum einen bestimmten Klang ergeben, den unser menschliches Ohr als einen spezifischen Ton wahrnimmt. So können Grundtöne zwar in ihrer Grundhöhe gleich sein, aber in ihrer Klangfarbe je nach Instrument oder Klangkörper variieren. Auch im Tierreich unterscheidet sich die Klangwahrnehmung nach der körperlichen Beschaffenheit des jeweiligen Tieres. Akustische Schwingungen werden zu Kommunikationskanälen und beeinflussen so die subjektiven und kollektiven Wahrnehmungen von allen Lebewesen mit sich selbst, mit anderen und mit der Welt um sie herum.
Wie lassen sich diese Phänomene auf den Tanz übertragen und sichtbar machen?
Welche Rolle spielen dabei der eigene Körper, die eigene Stimme, sowie der Raum als Klangspiegel?


Bitte haltet beim Zuschauen die geltenden Abstands-und Hygieneregeln ein.
Im gesamten Studiohaus besteht die Pflicht zum Tragen eines Mund-&Nasenschutzes.
Bei Krankheitssymptomen bitten wir euch nicht am Sharing teilzunehmen.


Wir freuen uns auf Austausch ...

 

  Foto: Kristin Fabig

Montag, 21. Juni 2021

SCHWINGUNGEN - Tanz trifft Wisenschaft | Wochenstart 2

 

Die zweite Woche startete mit einem Workshop der Schauspielerin und Stimmtrainerin Corinne Castelli. In gemeinsamen Übungen erforschten wir die eigene Stimme, ihre Resonanzen, ihre Tonhöhen und überhaupt ihre Herkunft. Nahmen dabei auch die physischen Beschaffenheiten von Ohren, Gehörgang, Innerem Ohr, Kehlkopf und Stimmbändern unter die Lupe und spürten in die eigenen Körperfrequenzen hinein. Mit diesem Hintergrundwissen entwickelten wir eine Übertragung auf die körperliche, tänzerische Ebene und erprobten neue, experimentelle Ausdrucksweisen in einer Kombination aus Stimme und Tanz.

Wie können Stimme und Körper bewusst und zeitgleich in Harmonie oder Disharmonie gehen?
Wie beeinflusst unser Wissen um die Bedeutung von Gewicht für den Tanz das bewusste Einsetzen der Stimme? Wie können wir den Klang unserer Stimme und seine Resonanzen bewusst steuern? Diesen Fragen wollen wir uns in den nächsten Tagen noch detaillierter widmen und freuen uns, dass Corinne uns auch noch einmal besuchen wird.

 




 

Freitag, 18. Juni 2021

SCHWINGUNGEN - Tanz trifft Wissenschaft | Review 1. Woche

Die erste Probenwoche von „Schwingungen – Tanz trifft Wissenschaft“ ist um.
In den ersten Tagen wurde schnell klar, dass selbst eine Unterkategorisierung der akustischen Schwingungen sehr viel Material für unsere Recherche bietet. Angefangen bei der Musik und dem Ursprung von Klängen und Tönen, ihrem Aufbau und ihrer subjektiven Wahrnehmung, ging es zur konkreten Arbeit mit körpereigenen und -fremden Frequenzen. Das Verhältnis von Gegensätzlichkeiten und der Bedeutung von Gewicht, als Basis oder Fundament tänzerischer Bewegungen standen im Zentrum der körperlichen Arbeit. Innere Wahrnehmung und äußere Wahrnehmung wurden unmittelbar gemeinsam reflektiert.

Konvex – Konkav, Harmonie – Disharmonie, Bewegung – Stillstand, diese Gegensätze begleiteten uns jeden Tag.
Betrachtet man diese Begrifflichkeiten genauer unter dem Aspekt der Schwingungen, lässt sich feststellen, dass alles erst durch Schwingungen in Bewegung gesetzt wird, egal ob akustisch oder körperlich. Das heißt sie sind die Grundvoraussetzung für den Tanz. Das Spiel mit dem Fokus auf unterschiedlichen Gegensätzen macht dann wiederum die Spannung und Vielfalt der Bewegungsabläufe und Beziehungen von Körpern aus. In der kommenden Woche werden wir noch tiefer eintauchen und nicht nur den Raum in dem wir uns bewegen, sondern auch den eigenen Körper als Klangraum erforschen und mit den Schwingungen der eigenen Stimme spielen.